
Salz gegen Unkraut einsetzen
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Salz: ein vielseitig anwendbares Produkt
Da Hobbygärtner greifen gerne zu gängigen Produkten Hausmitteln, die ihrer Meinung nach den Vorteil haben, „natürlich“ zu sein.
Zu diesen Alternativen zählt auch Salz. Salz ist ein Naturprodukt, das auf unserem Planeten reichlich vorhanden ist. Wir finden es im Meerwasser gelöst oder als Kristalle im Boden (Steinsalz).
Salz als Unkrautvernichtungsmittel: die Nachteile
„Natürlich“ bedeutet leider nicht, dass solche Produkte der Umwelt nicht schaden können. Die Verwendung von Salz hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit.
Bei zu häufiger Anwendung verändert es die Struktur des Bodens, verstopft und erstickt ihn. Vor allem bei Lehmböden würde es Jahre dauern, bis der Boden wieder für Nutzpflanzen und die Flora im Allgemeinen geeignet ist. Darüber hinaus haben bestimmte Regionen der Erde mit heißem und trockenem Klima Probleme mit überschüssigem Salz im Boden (Versalzung), das sich in Folge einer schlecht durchgeführten Bewässerung mit zu salzhaltigem Wasser abgelagert hat.
Salz wird im Boden nicht abgebaut, sondern sickert ins Grundwasser. Es ist Gift für die Mikrofauna des Bodens und für Regenwürmer. Ebenso trägt es zur Verarmung der Biodiversität bei, denn es reichert sich im Boden und im Wasser an. Im Wasser lebende Arten reagieren sehr empfindlich auf einen steigenden Salzgehalt.
Auch Pflanzen, die nicht mit Salz behandelt werden, nehmen es über ihre Wurzeln auf und werden davon beeinträchtigt. Bäume mit Flachwurzeln können daran sterben, denn sie nehmen ihre Nahrung weit vom Stamm entfernt auf. In gemäßigten oder kalten Regionen stellt Streusalz eine Hauptquelle für die Bodenverunreinigung durch Salz dar.
Im Bodenwasser konzentriertes Salz erschwert die Wasseraufnahme von Pflanzen. Es gibt jedoch Pflanzen, darunter Queller und Salzmelden, die in salzigen Umgebungen vorkommen und an der Meeresküste gedeihen. Doch überleben sie dort nur, weil sie an das Leben auf diesen besonderen Böden angepasst sind.
Streusalz
Welches Salz eignet sich zur Unkrautvernichtung?
Sie können sowohl grobes als auch feines Kochsalz verwenden. Dieses Produkt ist schnell zur Hand und im Vergleich zu anderen zugelassenen Produkten sehr preisgünstig. Auch grobes Pökelsalz ist ein ausgezeichnetes Unkrautvernichtungsmittel.
Ebenso kann Streusalz zur Schneebeseitigung für die Beseitigung von Unkraut verwendet werden. Doch enthält dieses mitunter Magnesiumchlorid oder Kalziumchlorid, die nicht die gleiche unkrautvernichtende Wirkung haben.
Salz als Unkrautvernichtungsmittel richtig anwenden
Streuen Sie grobes Salz auf die Pflanzen, die Sie entfernen möchten. Eine Anwendung nach dem Morgentau oder bei Nieselwetter ist ideal.
Lösen Sie dazu 200 g Salz in 1 Liter Wasser auf und versprühen Sie dieses auf die unerwünschten Pflanzen.
Manche Gärtner rühren mischen Salz mit Essig, der ebenfalls als Unkrautvernichtungsmittel verwendet wird.
Gut zu wissen: Salz löst sich besser in warmem Wasser. Sie können die Wirksamkeit noch erhöhen, indem Sie das Salz in kochendem Wasser auflösen, denn dieses ist für sich genommen bereits ein aggressives Element für Pflanzen.
Wie wirkt Salz?
Salz wirkt auf zwei Arten gegen Unkraut:
Es erhöht die Ionen-Anzahl im Boden und damit den osmotischen Druck: In der Folge vertrocknet die Pflanze, da sie kein Wasser mehr aufnehmen kann.
Es bringt giftige Mineralionen (vor allem Natrium) in den Boden ein. Diese ersetzen dann die für die Pflanze lebenswichtigen Mineralionen (wie Kalzium, Magnesium oder Kalium).
Unkraut entfernen mit Salz: Lieber nicht!
Die Unkrautbekämpfung mit Salz eignet sich nicht für Anbauflächen. Es gibt viele andere Möglichkeiten, die weniger schädlich für die Umwelt sind. Doch bietet Salz mitunter einen letzten Ausweg, um hartnäckiges Unkraut auf nicht bepflanzten Bereichen, wie gepflasterten Flächen, Pflasterstein- oder Kieswegen loszuwerden.
Mehr erfahren
Lesen sie unsere anderen Ratgeber zum Thema Unkrautbekämpfung:
Diese Themen könnten Sie auch interessieren
Ratgeber verfasst von:
Johannes, leidenschaftlicher Gärtner, Bonn
Schon als Dreikäsehoch half ich zu Hause bei der Gartenarbeit mit. Wahrscheinlich entwickelte ich damals mein Interesse für Pflanzen und fürs Gärtnern. Später habe ich Biologie und Agrarwissenschaften studiert. Für verschiedene Verlage verfasste ich über 25 Jahre lang zahlreiche Bücher über Pflanzen und Pilze (für die ich eine besondere Vorliebe habe), bevor ich zu Gartenratgebern überging und damit zu einer Leidenschaft aus Kindheitstagen zurückkehrte. Ich habe auch regelmäßig für verschiedenste Garten- oder Naturzeitschriften gearbeitet. Und weil ich ohne Garten kein richtiger Gärtner wäre, habe ich mir meine eigene Grünoase geschaffen. Hier setze ich seit 30 Jahren verschiedene Anbauverfahren um, die ich gerne mit Ihnen teile.