
Bokashi-Eimer selber machen: So geht’s
Ratgeber verfasst am 15. Februar 2024 von:
Constanze, passionierte Gärtnerin, Tierliebhaberin und Upcycling-Fan
Was ist ein Bokashi-Eimer?
Bokashi kommt aus Japan und bedeutet so viel wie „fermentiertes Allerlei“. Er wird oft als Alternative zum Kompost dargestellt, wobei die Wirkmechanismen jedoch unterschiedlich sind. Beide Methoden können komplementär genutzt werden. Bei einem Bokashi-Eimer werden biologische Abfälle mithilfe von Effektiven Mikroorganismen unter Ausschluss von Sauerstoff fermentiert. Dies ist eine nachhaltige Methode zur Verwertung Ihres organischen Abfalls.
Im Handel erhältliche Eimer bestehen aus Kunststoff und fassen in der Regel 16 Liter. Sie werden mit einem Deckel luftdicht verschlossen und besitzen im Inneren ein Sieb. Beim Befüllen des Eimers sickert die Flüssigkeit der Bioabfälle über das Sieb in den unteren Teil des Eimers. So entsteht ein Saft, der reich an Vitaminen und Antioxidantien ist. Dieser Saft wird über einen Zapfhahn entnommen. Der Bioabfall selbst wird nach der Fermentation eingegraben und sorgt für fruchtbare Erde im Garten.
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Fermentation: Was sind Effektive Mikroorganismen?
Der Bokashi-Eimer wird beim Befüllen mit sogenannten Effektiven Mikroorganismen (EM) angereichert. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus guten Bakterien und anderen Organismen, darunter Milchsäurebakterien, Hefe und Photosynthesebakterien, die dabei helfen, organische Abfälle zu zersetzen. Unter Ausschluss von Sauerstoff kommt es nun mithilfe der EM, ähnlich wie bei der Herstellung von Sauerkraut, zu einer Fermentation des Biomülls. Die Milchsäurebakterien wandeln Kohlenhydrate in Milchsäure und andere Stoffwechselprodukte um. Hierdurch entstehen, im Gegensatz zum herkömmlichen Kompost, wichtige Vitamine, Enzyme und Antioxidantien, mit denen Sie anschließend Ihre Pflanzen verwöhnen können. Effektive Mikroorganismen sind in der Regel als Flüssiglösung erhältlich.
Bokashi-Eimer selber bauen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Sie können Ihren Bokashi-Eimer natürlich fertig kaufen. Mit einfachen Mitteln ist es jedoch auch möglich, ihn selbst herzustellen – und das sogar kostenlos. YouTuber Sommerflieder erklärt in seinem Video-Tutorial, wie es geht.
Benötigtes Material
Anleitung
Mit dem Bohrschrauber oder dem Pfriem Löcher in den Boden des inneren Eimers bohren.
Pflanzkorb in den äußeren Eimer stellen und dann den inneren Eimer in den äußeren Eimer stecken. Der Pflanzkorb fungiert als Abstandshalter und verhindert, dass der innere Eimer zu tief in den oberen Eimer rutscht.
Mit dem Bleistift am oberen Rand des äußeren Eimers eine Markierung rund um den inneren Eimer zeichnen.
Den inneren Eimer wieder aus dem oberen Eimer entfernen.
Den inneren Eimer an der gezeichneten Markierung mit dem Cutter zuschneiden, dabei an zwei gegenüberliegenden Stellen Laschen lassen.
Die Laschen nach innen einknicken. Sie dienen als Griffe, um den inneren Eimer später leichter aus dem unteren Eimer entfernen zu können.
Den inneren Eimer wieder in den äußeren Eimer stecken.
Inneren Eimer mit dem Deckel luftdicht verschließen.
Gut zu wissen: Der selbstgemachte Bokashi-Eimer kann bei Bedarf noch mit einem Ablasshahn ausgestattet werden. Hierzu wird am unteren Rand des äußeren Eimers ein Loch im Durchmesser des Hahns geschnitten oder gebohrt. Nun muss der Ablasshahn nur noch aufgeschraubt werden.
Bokashi-Eimer: Zubehör
Neben dem Eimer benötigen Sie für eine erfolgreiche Verwendung weiteres Zubehör:
Effektive Mikroorganismen (EM);
Sprühflasche zum Benetzen des Abfalls mit EM;
Kelle oder Stampfer zum Verdichten;
Eine Tüte mit Sand oder Wasser zum Beschweren;
Pflanzenkohle oder Gesteinsmehl für eine bessere Nährstoffversorgung.
Sand
Was darf in den Bokashi-Eimer und was nicht?
Ob gekochte Speisereste, rohes Gemüse oder Kaffeesatz: Ein Bokashi-Eimer eignet sich für so gut wie alle organischen Abfälle, denn die EM sind nicht wählerisch. Wichtig ist, dass die Reste möglichst klein geschnitten werden, damit sie schnell fermentiert werden können. Zudem ist es unerlässlich, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen trockenen und feuchten Abfällen vorliegt. Die folgende Liste gibt Aufschluss darüber, welcher Biomüll für den Eimer geeignet ist und welcher nicht.
Geeignete Materialien:
Obst
Rohes und gekochtes Gemüse
Pflanzenreste (Unkraut, Blumen usw.)
Tiermist (z. B. vom Meerschweinchen)
Kaffeesatz
Teebeutel (ohne Metallklammer)
Milchprodukte (z. B. Joghurt)
Brot
Reis
Ungeeignete Materialien
Fruchtkerne
Knochen
Stark verschimmelte Lebensmittel
Zu viele Fleischreste (kann Ungeziefer anlocken)
Eierschalen (zu langer Abbauprozess)
Papier und Holz (zu hoher Kohlenstoffanteil, zu niedriger Zuckergehalt)
Fett (hemmt die Bakterien)
Kartoffeln und Nudeln (zu viel Stärke, hemmt die Bakterien)
Holz
Bokashi-Eimer in der Praxis
Die Herstellung von Bokashi ist sehr einfach. Damit Sie immer einen Bokashi-Eimer zur Verfügung haben, ist es empfehlenswert, zwei Eimer zu basteln oder zu kaufen. Ist der erste Eimer gefüllt, können Sie Ihre organischen Abfälle über den zweiten Eimer entsorgen.
Sammeln Sie Ihre organischen Küchenabfälle (gut zerkleinert) über zwei oder drei Tage in einem Behälter.
Geben Sie die Abfälle in den Eimer (Schicht von 2 bis 3 cm).
Sprühen Sie die Abfälle mit EM ein. Geben Sie eventuell etwas Gesteinsmehl oder Pflanzenkohle auf die Schicht.
Verdichten Sie nun die Abfälle mithilfe einer Kelle oder eines Stampfers.
Beschweren Sie den Eimer-Inhalt mit einer mit Sand oder Wasser gefüllten Tüte.
Verschließen Sie den Eimer luftdicht.
Lassen Sie alle paar Tage etwas Flüssigkeit über den Auslaufhahn ab.
Ist der Eimer ganz gefüllt, muss er ca. 14 Tage ruhen, damit der Fermentationsprozess abschließen kann.
Beginnen Sie in dieser Zeit mit dem Befüllen eines zweiten Eimers.
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Fertigen Bokashi erkennen
Das fertig fermentierte Material erkennen Sie hauptsächlich am Geruch. Oft ist es so, dass sich das Aussehen des Biomülls kaum verändert. Er verrottet nicht wie herkömmlicher Kompost – er fermentiert. Der Verrottungsprozess setzt später im Boden durch Bodenorganismen ein. Fertiger Bokashi sieht etwas gräulich aus und kann teilweise sogar mit etwas weißem Flaum bedeckt sein. Der beste Indikator für reifen Bokashi ist sein Geruch. Er sollte angenehm süß-säuerlich riechen, ähnlich wie Sauerkraut.
Bokashi vererden
Sobald die Fermentation abgeschlossen und der Bokashi „reif“ ist, können Sie ihn ausbringen. Der pH-Wert von frischem Bokashi ist für die meisten Pflanzen zu sauer. Arbeiten Sie ihn daher am besten zwei Wochen vor der Bepflanzung in den Boden ein. Hierzu ziehen Sie Furchen in den Boden des zukünftigen Beets und geben den reifen Bokashi hinein. Danach bedecken Sie diesen mit Erde. Sind bereits Pflanzen vorhanden, können Sie den Bokashi in etwa 20 bis 30 cm Abstand in den Boden eingraben. Sie können das fermentierte Material auch mit Erde mischen und vor dem Ausbringen ein bis zwei Wochen ruhen lassen. Der Inhalt eines Bokashi-Eimers reicht für etwa 100 Liter Erde.
Bokashi-Saft verwenden
Mehrmals pro Woche müssen Sie den Sickersaft aus dem Bokashi-Eimer zapfen. Er darf nicht gelagert und muss sofort verwendet werden. Dieser Saft ist, wie oben schon erwähnt, reich an Nährstoffen und ist nicht nur für Pflanzen ein wahres Wundermittel, sondern auch ein praktischer Helfer im Haushalt.
Er eignet sich als Pflanzendünger (10 ml Saft auf 2 Liter Wasser).
Er kann als Rohrreiniger verwendet werden (unverdünnt).
Er hilft gegen Fliegen und Blattläuse an Pflanzen (40 ml Saft auf 500 ml Wasser).
Bokashi-Eimer säubern
Wenn der Bokashi-Eimer geleert wurde, müssen Sie ihn gründlich reinigen. Auch dies ist kein Hexenwerk: Spülen Sie einfach den Eimer und seine Bestandteile wie Deckel und Sieb mit heißem Wasser (über 50 °C) und etwas Haushaltsessig aus. Lassen Sie das heiße Wasser auch durch den geöffneten Ablaufhahn laufen, damit dieser von innen gründlich gereinigt wird. Eine regelmäßige Reinigung entfernt sicher aller Reste organischen Materials und beugt Schimmelbildung vor, die fatal für Ihren Bokashi wäre.
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Erste Hilfe bei Problemen mit dem Bokashi-Eimer
Die Herstellung von Bokashi ist, mit dem richtigen Material, denkbar einfach. Allerdings kann es bei Anfängern trotzdem in manchen Fällen zu Problemen und Unsicherheiten kommen. Keine Sorge, meistens lassen sich diese Probleme ganz einfach beheben! Hier finden Sie die häufigsten Fragen und ihre Antworten.
Hilfe, mein Bokashi schimmelt!
Bei der Fermentation ist es möglich, dass sich ein weißer Flaum auf der Oberfläche des organischen Materials bildet. Hierbei handelt es sich zwar tatsächlich um Pilze. Diese haben jedoch keinen negativen Einfluss auf Ihren Bokashi – im Gegenteil. Sie sind Teil des Fermentierungsprozesses und daher förderlich. Wenn sich allerdings grüner oder schwarzer Schimmel im Bokashi-Eimer bildet, weist dies auf ein Problem hin und der Abfall muss anderweitig entsorgt werden.
Um grünen oder schwarzen Schimmel zu vermeiden, können Sie folgendes versuchen:
Zapfen Sie häufiger Bokashi-Saft.
Stellen Sie den Eimer an einen kühleren Ort.
Verwenden Sie mehr EM.
Öffnen Sie den Eimer nur, wenn es nötig ist und verschließen Sie ihn immer luftdicht.
Hilfe, mein Bokashi stinkt!
Wenn Sie Ihren Bokashi-Eimer befüllen, ist es normal, dass beim Öffnen leicht unangenehme Gerüche austreten. Der säuerliche Geruch von fertigem Bokashi entsteht erst, wenn das Material fermentiert ist. Wenn Ihr Bokashi beim Befüllen oder nach der Ruhezeit allerdings einen bestialischen Gestank verbreitet, ist etwas mit der Fermentation falsch gelaufen. Damit Ihre Nase beim nächsten Mal geschont wird, können Sie folgendes versuchen:
Lassen Sie häufiger Flüssigkeit ab, damit die Bioabfälle nicht im eignen Saft stehen.
Zerkleinern Sie die Abfälle mehr und drücken Sie sie fester an, damit keine Lufteinschlüsse im Eimer entstehen.
Öffnen Sie Ihren Eimer so selten wie möglich.
Hilfe, es kommt kein Bokashi-Saft!
Wenn Sie nur sehr wenig oder gar keinen Saft zapfen können, ist es wahrscheinlich, dass Sie die Abfallschichten mit zu wenig EM eingesprüht haben. Ihr Bokashi ist daher zu trocken. Das organische Material im Eimer sollte immer leicht feucht sein. Achten Sie zudem auf eine ausgewogene Mischung aus feuchtem und trocknem Abfall und verdichten Sie den Biomüll gut. Überprüfen Sie zudem, ob der Ablasshahn verstopft ist.
Hilfe, wohin mit dem überschüssigem Bokashi?
Wenn Sie Bokashi übrighaben oder es kein guter Zeitpunkt zum Eingraben ist, brauchen Sie Ihren Bokashi nicht zu entsorgen. Sie können ihn einfach in den herkömmlichen Kompost geben und mit Erde bedecken. Bokashi lässt sich auch gut über einige Monate in einem luftdichten Sack an einem kühlen und dunklen Ort lagern.
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Komposter
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Vom Blumenbeet über das Kinderzimmer bis hin zum Aquarium: Ich liebe es, Dinge einzurichten und umzugestalten. Dabei lege ich großen Wert auf nachhaltige Methoden und Materialien, denn der Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Mein Motto: Warum etwas neu kaufen, wenn alten Gegenständen mit ein paar Handgriffen ein zweites Leben geschenkt werden kann? Ob es um die Erneuerung alter Küchenfronten geht oder das Anlegen eines Bio-Gemüsegartens – ich bin immer auf der Suche nach kreativen Projekten, ausgefallenen Ideen und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis!